Künstliche Intelligenz und Berufliche Bildung

Berufliche Schulen Bretten interessiert an IHK-Kooperation

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In Anbetracht der stetig wachsenden Bedeutung eigenständig agierender Computersysteme spielt die künstliche Intelligenz (KI) auch im Bereich der beruflichen Bildung eine zunehmend wichtige Rolle. Grund genug für die Industrie- und Handelskammer Karlsruhe (IHK), Künstliche Intelligenz in die Berufliche Bildung zu bringen. Gemeinsam mit der IHK Reutlingen, der IHK Region Stuttgart, dem Institut für Maschinelle Sprachverarbeitung sowie dem Institut für Software Engineering der Universität Stuttgart und dem Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik und Bildungsforschung der Ludwig-Maximilians-Universität München wirkt die IHK Karlsruhe beim gleichnamigen InnoVET-Projekt „KI B³ - Künstliche Intelligenz in die Berufliche Bildung bringen“ mit.

Dieses vierjährige Projekt wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert. Neben Wencke Kirchner, Dr. Claudia Rainfurth und Marina Keppler von der IHK Karlsruhe konnte Schulleiterin Barbara Sellin vom Landratsamt Karlsruhe die stellvertretende Amtsleiterin Sabine Reil und Sachgebietsleiterin Alisa Jäck willkommen heißen. „Wesentliche Ziele im Projekt sind die Entwicklung und Erprobung von hoheitlichen Abschlüssen zu Datenmanagement sowie Rechtsvorschriften und Rahmenlehrplänen für eine KI-bezogene Zusatzqualifikation für Auszubildende“, betonte Wencke Kirchner. Die Geschäftsbereichsleiterin Aus- und Weiterbildung sieht die IHK dabei vor allem als Impulsgeber bei der Entwicklung und Erprobung von digitalen Lehrmodulen. Nach einer Stippvisite in den Laborräumen der BSB stand ein Vortrag der IHK-Referentin Marina Keppler zur KI auf der Agenda. „KI wird die ökonomische Wertschöpfungskette nachhaltig verändern. Die dafür notwendigen Fach- und Führungskräfte müssen frühzeitig aus- und fortgebildet werden“, ist sich Marina Keppler sicher. „Das Verbundprojekt verfolgt das Ziel, die notwendigen Kompetenzen in die berufliche Ausbildung und in die höhere Berufsbildung zu integrieren. Die Verbundpartner entwickeln dabei eine breit angelegte Zusatzqualifikation für gewerblich-technische sowie kaufmännische Ausbildungsberufe“, so Keppler weiter. „Als mögliche Pilotschule sind die Beruflichen Schulen Bretten dafür geradezu prädestiniert“, freute sich Schulleiterin Sellin und bekundete große Offenheit gegenüber dem Projekt. „In unserem Grundlagenlabor Industrie 4.0. werden für die angehenden Techniker und Industriemechaniker die Innovationsschübe im Bereich der Digitalisierung seit Jahren erfolgreich von kompetenten Kollegen vermittelt“, so Sellin weiter. Viel Lob gab es indes auch für den Landkreis Karlsruhe, der als Schulträger die Zeichen der Zeit erkannt und sinnvoll investiert habe. Nachdem Abteilungsleiter Klaus-Martin Foos und Fachlehrer Jörg Hagenlocher neben dem Grundlagenlabor die neue „Cyber-Physical-Factory“ vorgestellt hatten, unterstrich Abteilungsleiter Sven Hölig die Bedeutung einer ganzheitlichen Vernetzung: „Im Rahmen des Medienentwicklungsplans und der Unterstützung des Schulträgers setzen wir auf Tablets für die interaktive Steuerung und VR-Brillen, damit die Lernenden im virtuellen Raum am Roboterarm arbeiten können.“ Die Vermittlung der Zusatzqualifikation wird in drei Modellregionen erprobt. Auch wenn die Lernorte überwiegend digital gestaltet sind, sollen die Praxisanteile in der Lernfabrik vor Ort umgesetzt werden. „Die Pandemie hat gezeigt, dass ein unmittelbarer gemeinsamer Austausch durch nichts zu ersetzen ist“, ist sich Marina Keppler sicher. Barbara Sellin zeigte sich optimistisch, dass die IHK und die BSB bei diesem Pilotprojekt kooperieren werden. „Wir haben hier alle Schularten in einem Haus und ich bin mir sicher, dass in wenigen Jahren auch die Schulküche der hauswirtschaftlichen Abteilung digital vernetzt sein wird..